Verloren geglaubter Text wird wieder sichtbar

17. Januar 2017
3D Scanning in the field of arts & culture

Der Text einer fast 1000 Jahre alten Bleiplatte aus dem Dom zu Speyer stellt für Mittelalterforscher ein interessantes Zeitzeugnis dar, handelt es sich doch um eine besondere Grabzugabe. Sie gehört zum Grab von Gisela, der Ehefrau von Konrad II., die im Jahr 1043 starb. Leider war der kaum noch erkennbare Text bisher nicht zu entziffern – doch jetzt kam es zu einer Begegnung der besonderen Art: Mittelalter trifft 3D Scanner. 

„Die Faustregel ist: Wenn man glaubt, man kann noch was erkennen, dann können wir meistens mit Methoden aus der Informatik helfen, das wirklich sichtbar zu bekommen.“ erklärt Hubert Mara vom Interdisziplinären Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen (IWR) der Universität Heidelberg. Denn die hochgenauen Kameras des SmartScan registrieren selbst feinste Unebenheiten in der verwitterten, teilweise zerstörten Oberfläche. Nach dem Berechnen der 3D Daten sind tatsächlich weitere Zeilen zu erkennen, teilweise ist der Text nur fein vorgezeichnet. Der Kunsthistoriker Matthias Untermann vermutet, dass der Schreiber keine Zeit mehr für die Ausarbeitung hatte, da der Sarg geschlossen werden musste.

Dank der 3D Daten erkennt der Mittelalterexperte nun zahlreiche Namen von Bischöfen. Eine solche Gästeliste war zur damaligen Zeit für eine Beerdigung nicht üblich. Sie gibt aber einen eindeutigen Hinweis darauf, dass zur gleichen Zeit die Domweihe des Ostteils des Speyrer Doms stattgefunden haben muss. Mit Hilfe des SmartScan ist es zum ersten Mal möglich, dieses historische Ereignis exakt zu datieren. Matthias Untermann ist begeistert „Jetzt sind wir aus dem Behaupten heraus und sind beim Wissen!“

Einen kurzen Filmbeitrag zu diesem Forschungsprojekt finden Sie hier.

SmartScan

Der AICON SmartScan von Hexagon Manufacturing Intelligence erfasst selbst komplexe Oberflächen und zerbrechliche oder deformierbare Teile schnell und hochpräzise. Der...

 
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