Messen unter anspruchsvollen Bedingungen

WeserWind misst Gründungsstrukturen für Windkraftanlagen

WeserWind_Endfertigung

Beim Bau von Offshore-Windenergieanlagen sind Qualität und Maßhaltigkeit das A und O, denn die einzelnen Bauteile der Anlage werden auf offener See zusammengebaut. Der Offshore-Einsatz von Mitarbeitern und Errichterschiffen ist kost­spielig, der Aufwand soll so gering wie möglich gehalten werden.

Offshore-Windenergieanlagen stehen im Meer, häufig bei Wassertiefen bis 50 m.

Die Lasten durch Wind und Welle werden durch Gründungs­strukturen in den Meeresboden geleitet. Bei großen Windenergie­anlagen und Wassertiefen werden solche Gründungsstrukturen auf mehreren Fußpunkten gegründet, dies geschieht beispielsweise mit Tripods. Tripods werden aus großformatigen Stahlrohren gefertigt und bilden einen stabilen Dreifuß. Beim Anlagenbauer WeserWind GmbH wird die Maßhaltigkeit der rund 60 m hohen und bis zu 960 Tonnen schweren Tripods mit dem Koordinatenmessgerät MoveInspect DPA von AICON sichergestellt.

Anspruchsvolle Offshore-Projekte für nachhaltige Erfolge

Die WeserWind GmbH ist Teil der Georgsmarienhütte Holding GmbH (GMH) und stellt in Bremerhaven stahlbauliche Großbauwerke her. Dazu zählt neben verschiedenen Einzelbauwerken für Offshore-Wind­parks wie z. B. Trafostationen und deren Gründungs­strukturen insbesondere auch die serielle Fertigung von Gründungsstrukturen. In den beiden Fertigungs­standorten in Bremerhaven findet auf einem ehema­ligen Werftgelände die Vorfertigung statt, und in einer eigens für die serielle Fertigung gebauten Halle mit einer Höhe von ca. 45 m und einer Länge von rund 180 m erfolgt im Anschluss die Endfertigung der auf­wendigen Stahlstrukturen.

Mit diesen Ressourcen hat WeserWind die weltweit einmalige Serienfertigung von Tripods etabliert. Bereits im Jahr 2013 hat WeserWind den 100. Tripod ausgeliefert und hat sich damit in einem komplexen stahlbaulichen Umfeld als kompetenter und zuverläs­siger Partner etabliert.

Bauteilvermessung: Innovative Messtechnik trifft massive Strukturen

Das mobile 3D Messsystem MoveInspect DPA ist seit 2011 erfolgreich bei WeserWind im Einsatz. Messaufgaben sind unter anderem die Neigung der Flanschebene, das Bohrbild des Flansches, die Ovalität des Flansches und der Winkel der Kopf- und Fußstreben.

So können Abweichungen rechtzeitig vor der Fertigstellung erkannt und korrigiert werden und somit die nachfolgenden Montageprozesse auf See gesichert werden.

Die Vermessungsarbeiten finden in einer Höhe von 55 bis 60 m unter schwierigen Bedingungen statt: große Höhe, starker Wind, instabiler Untergrund. Für AICONs DPA kein Problem! Das Messsystem ist leicht und mobil einsetzbar, daher ist es auch für das Arbeiten in außerge­wöhnlichen Produktions- oder Messumgebungen geeignet. Wo Laser­tracker oder Tachymeter aufgeben, zeigt die DPA ihr Können!

Zunächst wird das Messobjekt an den geometrierelevanten Punkten mit Messmarken oder Messadaptern versehen. Mit Hilfe der Digi­talkamera wird das Objekt dann aus unterschiedlichen Richtungen aufgenommen, so dass alle relevanten Objektbereiche erfasst sind. Die digitalen Messbilder werden im Auswerterechner verarbeitet und die 3D Koordinaten der signalisierten Geometriepunkte vollautomatisch berechnet. Die durchschnittliche Messung eines Flansches, inklusive Signalisierung, Bildaufnahme und automatisierter Reporterstellung, dauert weniger als eine Stunde.

Die Messungen führt das Technologiekontor Bremerhaven (TKB) im Auftrag von WeserWind durch. Gemeinsam mit den Supportingenieu­ren von AICON haben WeserWind und TKB ein Messkonzept für die Tripods entwickelt. AICON bietet spezielle Adapter an, um die geometrischen Elemente wie beispiels­weise das Bohrbild einfach zu messen. Außerdem hat AICON einen automatisierten Messablauf mit Reporterstellung entwickelt. Das DPA-Messsystem ist äußerst flexibel und wird auch für weitere Mes­saufgaben eingesetzt: Rundheitsmessung, CAD-Ver­gleiche, Deformationsanalysen und Schweißverzüge.

AICONs DPA ist allen Ansprüchen gewachsen

Im Rahmen eines durch das BMU (Bundesministeri­um für Umwelt) geförderten Projekts (FKZ: 0325054) wurde unter anderem eine Untersuchung über den Einsatz von 3D Messtechnologien durchgeführt. Nach Testmessungen mit Tachymeter, Photogram­metrie und Lasertracker entschied sich WeserWind für das portable 3D Messsystem MoveInspect DPA von AICON 3D Systems. Projektleiter Remo Pelzer von WeserWind begründet die Entscheidung für AICON: „In unserer täglichen Praxis haben wir mit sehr großen Bauteilen zu tun, die unter engen Toleranzvorgaben hergestellt und zusammengebaut werden müssen. Ein für uns geeignetes Messsystem muss nicht nur in der Lage sein höchste Genauigkeiten zu erzielen, sondern muss obendrein auch den extremen Umgebungsbedingungen in der Fertigung und auf See gerecht werden können. Kein anderes Messsystem bietet uns diese Möglichkeiten in Kombination mit der großen Einsatzflexibilität und Mobilität.“


Wir bedanken uns bei der WeserWind GmbH in Bremerhaven für die freundliche Unterstützung.

AICON MoveInspect DPA

Das portable Koordinatenmessgerät AICON MoveInspect DPA mit handgehaltener Messkamera ermöglicht Produktionssteuerung und -überwachung direkt vor Ort, ohne...

 
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